Gut gekühlt
Der Treffer bei 10–12 °C, der Tropfen bei 10–15 °C. Kühl genug, dass er erfrischt — nicht so kalt, dass die Kräuter verstummen. Eine Stunde im Kühlschrank genügt.
Aus dem kleinen Glas
Pur, im Stamperl, ohne Eis. Eis verdünnt und betäubt die Aromen — beides ist bei einem Kräuterlikör nicht erwünscht.
Nach dem Essen
Dank seiner Bekömmlichkeit der ideale Abschluss eines guten Mahls — und oft genug der Anfang eines guten Gesprächs.
Der richtige Augenblick
Es gibt Getränke, die den Abend eröffnen, und solche, die ihn abrunden. Ein Kräuterlikör gehört zur zweiten Sorte. Er kommt, wenn die Teller abgeräumt sind und niemand mehr Eile hat.
Das ist kein Zufall, sondern liegt in seiner Herkunft: Die Bitterstoffe der Kräuter sind der Grund, warum man ihn nach dem Essen reicht und nicht davor.
Das passende Glas
Ein kleines, klares Glas — im Rheinland das Stamperl. Klein, weil ein Kräuterlikör in kleinen Schlucken getrunken wird. Klar, weil auch die Farbe zum Genuss gehört: das dunkle Bernstein des Treffers, das helle Gold des Tropfens.
Aufbewahrung
Dunkel und nicht zu warm. Direkte Sonne mag kein Likör. Eine geöffnete Flasche hält sich problemlos — der Alkohol konserviert die Kräuterauszüge zuverlässig.
Als Geschenk
Ein Amelner ist ein Mitbringsel mit Adresse. Wer eine Flasche verschenkt, verschenkt nicht irgendeinen Likör, sondern ein Stück Rheinland aus einem Ort, den man auf der Karte findet. Für Menschen, die aus der Gegend stammen und woanders leben, ist das oft mehr wert als jede Delikatesse.
Kurz gefasst
Gut gekühlt. Aus dem kleinen Glas. Pur, ohne Eis. Nach dem Essen.
Zwei Charaktere
Treffer und Tropfen nebeneinander zu probieren ist der schnellste Weg, den Unterschied zu verstehen.
Hinweis
Abgabe alkoholischer Getränke ausschließlich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol ist in Schwangerschaft und Stillzeit zu meiden.